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Der schönste Tag im Leben, ein Tag, der vor Festlichkeit, Besonderheit und Romantik nur so strotzen soll. Im Vorfeld dieses Tages leidet die Feststimmung bei vielen Paaren jedoch unter der Last und dem Druck der Vorbereitungen, Planungen und allgemeinen Geschäftigkeit. Die Zweisamkeit kommt zu kurz. Das muss nicht sein, denn gerade jetzt gibt es für angehende Eheleute die Gelegenheit, für einen Tag dem Papierkram und den Fragen nach der Farbe der Servietten, der Menüauswahl und passenden Stuhlhussen zu entfliehen und noch etwas Aufregendes und wahrlich Besonderes zu zweit zu erleben. Der eine, der Ring für die Ewigkeit. Vielleicht nicht geschmiedet im Schicksalsberg von Mordor, das wäre doch ein wenig negativ besetzt. Eine wesentlich positivere Umgebung und freundliche Anleitung bietet die Goldschmiede von Gudrun Krause-Schwarz und Hans Krause in Wetzlar seit mehreren Jahren. Hier haben die Brautleute die Möglichkeit, im Rahmen eines Ein-Tages-Kurses unter fachmännischer Aufsicht ihre eigenen Ringe zu schmieden. Diese besonderen Goldschmiedekurse für zwei finden nach einer Einweisung in der Werkstatt der Goldschmiede selbst statt und bieten die Möglichkeit, sich gegenseitig ein sehr besonderes Geschenk zu machen. Matt oder poliert? Egal, jedenfalls nicht von der Stange! In einem Vorgespräch werden das gewünschte Material für die Ringe ausgesucht und erste Ideen gesammelt, wie die beiden Einzelstücke am Ende aussehen sollen. Eventuelle Unterschiede bei den Vorstellungen was Form, Breite, Anteile verschiedener Materialien und ähnliches angeht, können so bereits im Vorfeld geklärt werden. „Wir stellen das Grundmaterial und die Werkstatt, die beiden Verlobten können dann ganz individuell an ihren besonderen Ringen arbeiten. Dabei bekommen sie von uns so viel Betreuung und Hilfestellung, wie sie benötigen. Es ist immer jemand bei ihnen.“ So Hans Krause, der Meister der Wetzlarer „Goldschmiede“. Er erzählt im Interview: „Die Fertigung von Eheringen ist eine sehr private, man möchte fast sagen intime Sache. Die Brautleute können sechs bis zehn Stunden ungestört in der Werkstatt arbeiten, die ist vom Verkaufsraum getrennt und bietet eine sehr gemütliche und warme Atmosphäre, in der sich die Kursteilnehmer wohlfühlen. Die Umgebung soll locker und familiär sein und der Kurs soll Freude machen, schließlich sind die Hochzeitsvorbereitungen oft stressig genug.“ Darum nimmt in der „Goldschmiede“ auch immer nur ein Paar an einem Trauring-Kurs teil, denn nur so kann den Ideen und Gefühlen freier Lauf gelassen werden. Es darf gelacht, geweint und auch einmal ein wenig geflucht werden. „Wir profitieren vor allem menschlich von unseren Kursen.“ Erzählt Hans Krause. „Man könnte wirklich ein Buch daraus machen. Die Leute geben uns so ein schönes Feedback, viele kommen noch nach Jahren ab und zu wieder vorbei – inzwischen verheiratet und glücklich, viele auch mit Kindern, das ist wunderschön zu sehen.“ Der Trauring hat von jeher symbolträchtigen Charakter und ihn selbst zu schmieden, ist wohl eines der schönsten Geschenke, die einem Partner gemacht werden können. Doch es drängt sich natürlich die Frage auf: Was ist, wenn es nicht so klappt, wie es soll? Muss dann mein Partner für den Rest seines Lebens mit einem verkorksten Ehering herumlaufen? „Nein, natürlich nicht!“ Sagt Goldschmiedemeister Krause sofort und lacht. „Wir sind ja die ganze Zeit bei den Leuten, da sehen wir schon im Ansatz, wenn etwas schief läuft und können helfen. Die Ringe sollen ja auch professionell aussehen. Auf Wunsch können wir auch noch ein wenig nachbearbeiten, es soll schließlich eine runde Sache werden.“
Nora Grötsch-Wanis (Frizz)
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